Ahorn fällen: Zeitpunkt, Kosten & Rußrinde – der Profi-Ratgeber 2026
Einen Ahorn fällen klingt nach einer Routine-Aufgabe, ist aber anspruchsvoller als bei vielen anderen Gartenbäumen. Bergahorn und Spitzahorn werden schnell 20 bis 30 Meter hoch. Beide treiben nach der Fällung kräftig aus dem Stumpf wieder aus. Seit den Trockenjahren kommt eine Pilzkrankheit dazu, deren Sporen deine Lunge angreifen können. In diesem Ratgeber erfährst du, wann du einen Ahorn fällen darfst, was es kostet und wie wir als Fachbetrieb für Baumpflege in Ulm dabei vorgehen.
Wann ist es sinnvoll, einen Ahorn zu fällen?
Nicht jeder Ahorn, der Laub in die Dachrinne wirft oder Schatten macht, muss weg. Ein Ahorn bindet viel CO₂, kühlt den Garten und ist Lebensraum für Insekten und Vögel. Die Säge ist deshalb immer die letzte Option.
Aus unserer Erfahrung in Ulm, Neu-Ulm und im Alb-Donau-Kreis gibt es vor allem fünf Gründe, einen Ahorn fällen zu lassen:
- Rußrindenkrankheit: Ist ein Bergahorn befallen, gibt es keine Heilung. Das Holz verliert schnell an Stabilität.
- Fehlende Stand- oder Bruchsicherheit: Pilzbefall am Stammfuß, große Höhlungen oder tiefe Risse im Stamm.
- Starke Wurzelschäden: Nach Bauarbeiten, Grabungen oder Bodenverdichtung im Wurzelraum.
- Falscher Standort: Ein Spitzahorn, der direkt an der Hauswand steht und Fundament oder Leitungen gefährdet.
- Verticillium-Welke: Diese Pilzkrankheit lässt ganze Kronenteile von Spitzahorn oder Japanischem Ahorn absterben.
Wenn nur einzelne Äste stören oder die Krone zu dicht ist, reicht oft ein fachgerechter Baumschnitt in Ulm. Wie du einen Ahorn richtig einkürzt, ohne ihn zu schwächen, liest du in unserem Ratgeber Ahorn schneiden.
Ahornarten im Garten – und was sie beim Fällen unterscheidet
Ahorn ist nicht gleich Ahorn. Für die Planung einer Fällung ist die Art entscheidend, weil Holzhärte, Wuchshöhe und Krankheitsrisiko stark variieren.
| Ahornart | Typische Höhe | Besonderheit beim Fällen |
|---|---|---|
| Bergahorn (Acer pseudoplatanus) | 25–30 m | Hauptwirt der Rußrindenkrankheit, große Krone, viel Holzmasse |
| Spitzahorn (Acer platanoides) | 20–25 m | Häufig Stadt- und Gartenbaum, anfällig für Verticillium |
| Feldahorn (Acer campestre) | 10–15 m | Oft in Hecken, starker Stockausschlag |
| Eschenahorn (Acer negundo) | 10–20 m | Bruchgefährdetes Holz, extrem starker Wiederaustrieb |
| Silberahorn (Acer saccharinum) | 20–30 m | Neigt zu Astbruch, schnellwüchsig |
| Japanischer Ahorn (Acer palmatum) | 2–8 m | Kleine Fällung, meist ohne Klettertechnik machbar |
Der Bergahorn verdient besondere Aufmerksamkeit. Er ist in Gärten rund um Ulm und im Donautal sehr verbreitet und wird oft unterschätzt, weil er als junger Baum harmlos wirkt. Nach 30 Jahren stehen dann 25 Meter Holz zwischen Haus, Garage und Nachbargrundstück.

Rußrindenkrankheit: Warum du einen befallenen Ahorn nicht selbst fällen solltest
Die Rußrindenkrankheit wird vom Pilz Cryptostroma corticale ausgelöst. Betroffen ist vor allem der Bergahorn, besonders nach heißen, trockenen Sommern. Typisch sind Rindenablösungen am Stamm, unter denen eine schwarze, rußartige Schicht sichtbar wird. Das sind Millionen von Pilzsporen.
Diese Sporen sind nicht nur für den Baum ein Problem. Eingeatmet können sie eine allergische Entzündung der Lungenbläschen auslösen, die sogenannte exogen-allergische Alveolitis. Typisch sind Reizhusten, Fieber, Atemnot und Schüttelfrost, oft erst einige Stunden nach dem Kontakt. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) rät deshalb, Fällung und Aufarbeitung nur ausgebildeten Fachleuten zu überlassen.
Bei einem befallenen Baum arbeiten wir deshalb nach einem festen Schutzkonzept:
- Atemschutz: mindestens FFP2-Maske mit Ausatemventil, dazu eine Schutzbrille.
- Körperschutz: geschlossene Schutzkleidung mit Kopfbedeckung oder Einweg-Schutzanzug und Handschuhe.
- Feuchte Witterung: Wir fällen möglichst bei Regen oder hoher Luftfeuchtigkeit, damit weniger Sporen fliegen.
- Absperrung: Der Arbeitsbereich wird großzügig abgesperrt, Fenster in der Nähe bleiben geschlossen.
- Entsorgung: Das Holz wird abgedeckt abtransportiert und fachgerecht verwertet. Häckseln vor Ort und offene Lagerung im Garten sind tabu.
Woran du die Krankheit im Frühstadium erkennst und wie sie sich von harmlosen Rindenschäden unterscheidet, zeigen wir dir ausführlich im Ratgeber zur Rußrindenkrankheit am Ahorn.
Ahorn fällen: Der beste Zeitpunkt
Rechtlich und fachlich ist die Zeit von Oktober bis Ende Februar ideal, um einen Ahorn zu fällen. Der Baum hat sein Laub abgeworfen, ist leichter und besser einsehbar. Brutvögel sind ausgeflogen, und der Boden ist oft fester, was Rasen und Beete schont.
Die bundesweite Schonzeit nach § 39 BNatSchG vom 1. März bis 30. September gilt für Hecken, Gebüsche und Gehölze außerhalb von Gärten. Gartenbäume sind davon bundesrechtlich ausgenommen. Das heißt aber nicht, dass du im Sommer einfach loslegen darfst. Der Artenschutz nach § 44 BNatSchG gilt das ganze Jahr: Besetzte Vogelnester, Spechthöhlen oder Fledermausquartiere dürfen nie zerstört werden.
Ein weiteres Argument für den Winter: Ahorn „blutet“ im Spätwinter und Frühjahr stark, wenn der Saftstrom einsetzt. Für die eigentliche Fällung ist das egal. Wenn du statt einer Fällung aber nur einen Rückschnitt planst, ist der Spätsommer der bessere Zeitpunkt.
Brauchst du eine Genehmigung, um einen Ahorn zu fällen?
Die Stadt Ulm hat keine allgemeine Baumschutzsatzung. Für Neu-Ulm und den Alb-Donau-Kreis gilt dasselbe. Es gibt hier also keinen pauschalen Stammumfang, ab dem ein Gartenbaum genehmigungspflichtig wäre. Viele Ratgeber im Netz nennen 60 oder 80 cm Stammumfang. Diese Werte stammen aus Städten mit eigener Satzung, etwa München (60 cm Umfang in 1 m Höhe) oder Stuttgart und Berlin (80 cm).
Trotzdem kann auch in Ulm eine Abstimmung nötig sein, wenn der Ahorn unter Sonderschutz steht:
- Der Baum ist als Naturdenkmal oder geschützter Landschaftsbestandteil ausgewiesen.
- Der Bebauungsplan setzt den Baum als „zu erhalten“ fest.
- Der Ahorn steht in einer gesetzlich geschützten Allee oder in einem Schutzgebiet.
- Am Baum gibt es geschützte Lebensstätten nach § 44 BNatSchG.
Zuständig ist in Ulm die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Ulm. Stelle deine Anfrage möglichst vier Wochen vor dem geplanten Termin. In Neu-Ulm ist die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Neu-Ulm zuständig. Für Senden, Blaustein, Erbach und die übrigen Gemeinden im Umland klärt das verbindlich die jeweilige Gemeindeverwaltung.
Mehr zum Thema findest du in unseren Ratgebern wann man Bäume fällen darf und welche Bäume man ohne Genehmigung fällen darf.
So fällen wir einen Ahorn im Garten – Schritt für Schritt
Im Wald fällt man einen Baum am Stück. Im Hausgarten in Ulm ist dafür fast nie Platz. Deshalb tragen wir einen Ahorn meist stückweise von oben nach unten ab, nach den Vorgaben der ZTV-Baumpflege und den Regeln der Unfallversicherung.
- Besichtigung und Baumkontrolle: Wir prüfen Holzzustand, Pilzbefall, Höhlen und mögliche Tierquartiere. Wir planen Fallrichtung, Abseilpunkte und Ablageflächen.
- Behördenklärung: Falls ein Sonderschutz greift, klären wir die Abstimmung vorab.
- Sicherung der Arbeitsfläche: Absperrung, Schutz von Terrasse, Rasen und Beeten mit Platten oder Bohlen.
- Kronenrückbau: Ein ETT-zertifizierter Baumkletterer arbeitet sich mit Seilklettertechnik durch die Krone. Äste werden einzeln abgesägt und kontrolliert abgeseilt.
- Stammabtrag: Der Stamm wird in handlichen Abschnitten abgetragen, bis nur noch ein kurzer Rest steht.
- Fällschnitt: Den letzten Stammrest legen wir mit Fallkerb und Bruchleiste gezielt um.
- Aufräumen und Abtransport: Holz, Äste und Häckselgut werden abtransportiert oder auf Wunsch als Brennholz vor Ort gelassen. Das gilt nur bei gesunden Bäumen.
Wie die Arbeit in der Krone konkret aussieht, erklären wir im Ratgeber zur Seilklettertechnik in der Baumpflege. Bei einem Ahorn mit Rußrinde verzichten wir nach Möglichkeit auf das Klettern im befallenen Stamm. Dort arbeiten wir vom Hubsteiger aus oder mit einem Kran, um möglichst wenig Zeit in der Sporenwolke zu verbringen.
Ahorn fällen lassen: Kosten im Überblick
Was es kostet, einen Ahorn fällen zu lassen, hängt vor allem von Höhe, Stammdurchmesser, Erreichbarkeit und Entsorgungsaufwand ab. Die folgenden Werte sind Richtwerte aus unserer Praxis in der Region Ulm. Ein verbindliches Angebot gibt es erst nach der Besichtigung.
| Baumgröße | Typisches Beispiel | Richtwert Fällung inkl. Entsorgung |
|---|---|---|
| Klein (bis 10 m) | Japanischer Ahorn, junger Feldahorn | 400 – 800 € |
| Mittel (10–20 m) | Spitzahorn im Reihenhausgarten | 800 – 1.800 € |
| Groß (über 20 m) | Alter Bergahorn am Haus | 1.500 – 3.500 € und mehr |
| Zuschlag Rußrinde | Schutzausrüstung, Sonderentsorgung | ca. 15 – 40 % Aufschlag |
| Stumpf fräsen | je nach Durchmesser | 150 – 450 € |
Teurer wird es, wenn ein Kran oder Hubsteiger nötig ist, der Baum über Dächer oder Leitungen ragt oder das Holz durch das Haus getragen werden muss. Günstiger wird es, wenn du das gesunde Holz als Brennholz behältst. Eine ausführliche Preisübersicht findest du in unserem Ratgeber zu den Kosten einer Baumfällung in Ulm.
Ahorn selbst fällen – wann geht das, wann nicht?
Einen kleinen Japanischen Ahorn oder einen jungen Feldahorn mit wenigen Metern Höhe kannst du mit etwas Erfahrung selbst entfernen. Bei allem, was höher als der Abstand zum nächsten Gebäude ist, raten wir klar ab.
Ahornholz ist hart und schwer. Ein frischer Bergahorn bringt pro Kubikmeter rund 900 kg auf die Waage. Ein einzelner Starkast kann schnell mehrere hundert Kilo wiegen. Fällt der in die falsche Richtung, sind Dach, Zaun oder Nachbars Carport beschädigt. Für die Schäden haftest du selbst.
Wenn du unsicher bist, ob dein Ahorn noch sicher steht, hilft dir unsere Checkliste, um einen Gefahrenbaum an seinen Merkmalen zu erkennen.
Nach der Fällung: Stumpf, Stockausschlag und Wurzeln
Ahorn gibt nicht so schnell auf. Spitzahorn, Feldahorn und vor allem Eschenahorn treiben nach der Fällung oft schon im nächsten Frühjahr kräftig aus dem Stumpf und aus Wurzeln wieder aus. Bleibt der Stumpf stehen, musst du diese Triebe jahrelang immer wieder entfernen.
Die zuverlässigste Lösung ist das Stubbenfräsen. Dabei wird der Stumpf 20 bis 30 cm unter Geländeniveau zerkleinert. Danach kannst du direkt Rasen säen oder neu pflanzen. Alle Methoden im Vergleich findest du in unserem Ratgeber Baumstumpf entfernen.
Bei einem Ahorn mit Rußrinde lassen wir den Stumpf übrigens nicht monatelang offen stehen. Auch dort können sich Sporenlager unter der Rinde bilden. Wir fräsen ihn in der Regel bei feuchtem Wetter und entsorgen das Material abgedeckt.
Ahornholz verwerten: Brennholz oder Biomüll?
Gesundes Ahornholz ist ein gutes Brennholz. Es brennt ruhig, funkt wenig und hat einen ordentlichen Heizwert. Nach dem Spalten braucht es etwa ein bis zwei Jahre luftige, überdachte Lagerung, bis die Restfeuchte unter 20 % liegt.
Ganz anders bei Rußrinde: Befallenes Holz gehört nicht in den Kamin und nicht auf den Holzstapel neben der Terrasse. Beim Trocknen, Spalten und Tragen gelangen die Sporen sonst über Monate in die Atemluft. Wir sorgen dafür, dass solches Holz abgedeckt transportiert und fachgerecht verwertet wird.
Ersatzpflanzung: Welcher Baum kommt nach dem Ahorn?
Wo ein Ahorn weicht, entsteht Platz für etwas Neues. Gerade beim Bergahorn, der unter Trockenstress besonders leidet, lohnt sich ein Blick auf klimarobustere Arten. Dazu gehören zum Beispiel Feldahorn, Französischer Ahorn, Hopfenbuche, Zerreiche oder Silberlinde.
Pflanze den neuen Baum nicht exakt an die Stelle des alten Stumpfs, sondern mit ein bis zwei Metern Abstand. Der Boden direkt am alten Wurzelstock ist oft ausgelaugt und von Fräsgut durchsetzt. Welche Arten sich in unserer Region bewährt haben, zeigt unser Ratgeber zu Klimabäumen für Ulm. Wenn du Unterstützung bei Auswahl und Setzen brauchst, übernehmen wir auch die Baumpflanzung in Ulm inklusive Anwachspflege.

FAQ – Häufige Fragen zum Ahorn fällen
Fachlich ideal ist die Zeit von Oktober bis Ende Februar. Gartenbäume sind bundesrechtlich von der Schonzeit nach § 39 BNatSchG ausgenommen. Der Artenschutz nach § 44 BNatSchG gilt aber ganzjährig: Ist ein Nest oder Quartier besetzt, darfst du nicht fällen.
In der Regel nicht, denn Ulm, Neu-Ulm und der Alb-Donau-Kreis haben keine allgemeine Baumschutzsatzung. Eine Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde ist aber nötig, wenn der Baum Naturdenkmal ist, im Bebauungsplan als zu erhalten festgesetzt ist oder geschützte Tiere beherbergt.
Für einen Bergahorn über 20 Meter Höhe solltest du mit etwa 1.500 bis 3.500 € rechnen, bei schwieriger Lage oder Kraneinsatz auch mehr. Bei Rußrindenkrankheit kommen Kosten für Schutzausrüstung und Sonderentsorgung hinzu.
Ja. Die Sporen von Cryptostroma corticale können eine allergische Lungenentzündung auslösen. Befallene Ahorne sollten deshalb nur Fachleute mit Atemschutz fällen, und das Holz darf nicht als Brennholz genutzt werden.
Ja, vor allem Spitzahorn, Feldahorn und Eschenahorn bilden kräftige Stockausschläge. Wer das vermeiden will, sollte den Stumpf fräsen lassen.
Gesundes Ahornholz kannst du gerne als Brennholz behalten. Das senkt die Entsorgungskosten. Holz von Bäumen mit Rußrinde muss dagegen abgedeckt abtransportiert und fachgerecht verwertet werden.
Fazit: Ahorn fällen – sicher, rechtssicher und mit Plan
Einen Ahorn fällen ist mehr als ein Schnitt mit der Motorsäge. Wähle möglichst die Zeit zwischen Oktober und Februar und prüfe vorab Sonderschutz und Artenschutz. Bei Rußrindenkrankheit gilt: Hände weg und Profis ran, denn die Sporen sind ein echtes Gesundheitsrisiko.
Als ETT-zertifizierter Betrieb tragen wir Ahorne in Ulm, Neu-Ulm und Umgebung seit 2022 sicher ab, auch auf engstem Raum und unter Schutzausrüstung. Von der ersten Einschätzung über die fachgerechte Baumfällung in Ulm bis zum Stubbenfräsen und der Ersatzpflanzung bekommst du alles aus einer Hand. Vereinbare einfach einen Termin für die Besichtigung, und wir schauen uns deinen Ahorn kostenlos an.
Wir schauen kostenlos vorbei, beurteilen Ihre Situation vor Ort und erstellen ein transparentes Angebot.


