Eiche fällen: Genehmigung, Kosten & Ablauf 2026
Eine Eiche ist kein gewöhnlicher Gartenbaum. Sie wird 25 bis 35 Meter hoch, ihr Holz ist das schwerste und zäheste, das bei uns in Ulm und Umgebung wächst, und sie überlebt oft mehrere Hausbesitzer-Generationen. Wer eine Eiche fällen will, hat es deshalb mit drei Dingen gleichzeitig zu tun: mit Rechtsfragen, mit erheblichem Gewicht und mit der Frage, ob die Fällung überhaupt die richtige Entscheidung ist.
Dieser Ratgeber klärt alle drei Punkte — mit korrekter Rechtslage für Ulm und die Region statt der pauschalen Angaben, die in vielen Gartenblogs stehen.
Wann eine Eiche wirklich gefällt werden muss
In unserer Erfahrung aus über 200 Kundenprojekten rund um Ulm gibt es genau vier Gründe, eine Eiche zu fällen, die fachlich tragen. Alles andere lässt sich meist mit einem gezielten Eingriff lösen.
Die vier belastbaren Fällgründe:
- Standsicherheit weg: Stammfußfäule, aufgeplatzte Zwiesel, Pilzkonsolen am Wurzelanlauf oder ein sichtbar nachgebender Wurzelteller. Bei Eichen ist besonders der Brandkrustenpilz kritisch, weil er das Holz spröde macht, ohne dass die Krone lange etwas verrät.
- Krone großflächig abgestorben: Wenn mehr als die Hälfte der Feinastung tot ist, kommt die Eiche nicht mehr zurück. Ein paar dürre Äste dagegen sind normal und ein Fall für die Totholzentnahme.
- Bauvorhaben ohne Ausweichmöglichkeit: Der Wurzelraum wird auf Dauer überbaut. Hier lohnt es sich aber, vorher die Schutzmaßnahmen bei Bauarbeiten zu prüfen.
- Akute Gefahr nach Sturm: Angerissene Starkäste oder ein schief stehender Stamm nach Unwetter. Das ist ein Fall für eine Notfällung, nicht für einen Termin in drei Wochen.
Eiche fällen in Ulm: Brauchst du eine Genehmigung?
Hier stehen in fast allen Ratgebern die gleichen falschen Zahlen — meist “ab 80 Zentimeter Stammumfang genehmigungspflichtig”. Das gilt für Berlin, nicht für Ulm.
Die Stadt Ulm hat keine allgemeine Baumschutzsatzung. Der Alb-Donau-Kreis und Neu-Ulm haben ebenfalls keine. Es gibt bei uns also keinen pauschalen Grenzwert für den Stammumfang, ab dem eine Eiche auf deinem eigenen Grundstück genehmigungspflichtig würde. Für Senden, Blaustein, Erbach und das weitere Umland gilt: verbindlich klärt das die jeweilige Gemeindeverwaltung.
Zum Vergleich — so sehen Grenzwerte in Städten mit Satzung aus:
| Stadt | Grenzwert Stammumfang | Messhöhe |
|---|---|---|
| Ulm | kein pauschaler Grenzwert | — |
| Neu-Ulm | kein pauschaler Grenzwert | — |
| München | 60 cm | 1,00 m |
| Stuttgart | 80 cm | 1,30 m |
| Berlin | 80 cm | 1,30 m |
| Köln | 100 cm | 1,30 m |
| Bremen | 120 cm | 1,30 m |
Genehmigungsfrei heißt aber nicht bedingungslos. Eine Eiche fällen darfst du in Ulm dann nicht ohne vorherige Abstimmung, wenn einer dieser Sonderschutz-Fälle greift:
- Der Baum ist als Naturdenkmal ausgewiesen — bei alten Solitäreichen kommt das durchaus vor.
- Er liegt in einem geschützten Landschaftsbestandteil oder Schutzgebiet.
- Im Bebauungsplan ist er als “zu erhalten” festgesetzt.
- Er ist Teil einer gesetzlich geschützten Allee.
- Der Artenschutz nach § 44 BNatSchG greift (dazu gleich mehr).

Artenschutz: Bei alten Eichen der eigentliche Knackpunkt
Alte Eichen sind ökologisch die wertvollsten Bäume, die wir in der Region haben — eine einzelne Alteiche beherbergt mehrere hundert Arten. Genau das macht sie rechtlich relevant, völlig unabhängig von einer Satzung.
§ 44 BNatSchG verbietet es, Fortpflanzungs- und Ruhestätten geschützter Arten zu beschädigen. Bei Eichen sind das typischerweise:
- Baumhöhlen von Spechten, Käuzen oder Hohltauben
- Fledermausquartiere hinter abgeplatzter Rinde oder in Spalten
- Besetzte Nester in der Krone
- Mulmhöhlen mit Vorkommen des Eremiten, eines streng geschützten Käfers
Wer eine solche Eiche fällen lässt, ohne das vorher zu klären, riskiert ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro nach § 44 BNatSchG. Eigene Recherche ersetzt hier keine Begehung — wir schauen bei jedem Angebot mit dem Fernglas in die Krone und dokumentieren, was wir sehen.
Der richtige Zeitpunkt: Wann darf man eine Eiche fällen?
Das Zeitfenster ergibt sich bei Eichen aus zwei Regeln, die oft vermischt werden.
Die Schonzeit nach § 39 BNatSchG läuft vom 1. März bis zum 30. September. Sie betrifft Hecken, Gebüsche und Gehölze außerhalb von Gärten. Bäume im Hausgarten sind bundesrechtlich davon ausgenommen — die verbreitete Aussage “Bäume darf man nur von Oktober bis Februar fällen” stimmt für Gartenbäume so nicht. Ein Verstoß gegen § 39 BNatSchG kann mit bis zu 10.000 Euro geahndet werden.
Der Artenschutz nach § 44 BNatSchG gilt dagegen ganzjährig und überall — auch im Garten, auch im Dezember, wenn Fledermäuse in einer Spalte überwintern.
Fachlich spricht trotzdem alles für das Winterhalbjahr, wenn du eine Eiche fällen lässt:
- Die Krone ist laubfrei, dadurch leichter und viel besser zu beurteilen.
- Kein Brutgeschehen, kein Risiko einer Verzögerung mitten in der Arbeit.
- Der gefrorene oder trockene Boden nimmt weniger Schaden, wenn Technik auffährt.
- Eichenholz, das im Winter geschlagen wird, trocknet sauberer ab und bleibt als Brennholz besser.
Mehr zur allgemeinen Rechtslage steht in unserem Beitrag dazu, wann man Bäume fällen darf — und warum Fällungen im Winter fachlich meist die bessere Wahl sind.
Warum Eichen die anspruchsvollsten Fällungen sind
Eine Eiche zu fällen ist handwerklich etwas anderes als eine Fichte oder Birke. Drei Eigenschaften machen den Unterschied.
Das Gewicht. Frisches Eichenholz wiegt rund 1.000 Kilogramm pro Kubikmeter — fast das Doppelte einer Fichte. Ein Starkast mit 30 Zentimetern Durchmesser und vier Metern Länge bringt schnell 250 Kilogramm auf die Waage. Jeder Schnitt muss also vorher durchgerechnet sein, sonst reißt die Last Rinde vom Stamm oder zerlegt das Gartentor.
Die Kronenform. Eichen wachsen breit ausladend, mit weit horizontal streichenden Starkästen. Der Kronendurchmesser erreicht 15 bis 20 Meter. Das heißt: Selbst wenn der Stamm mittig steht, hängt die Krone über Nachbargrundstück, Terrasse oder Straße.
Die Zähigkeit des Holzes. Eichenholz splittert nicht kontrolliert wie Nadelholz, sondern hält im Bruchleisten-Bereich sehr lange. Das ist gut für die Kontrolle beim Fällschnitt, verlangt aber saubere Schnittführung und scharfe Ketten.
Ablauf einer professionellen Eichenfällung
So läuft eine Eichenfällung bei uns ab. Der Ablauf folgt der ZTV-Baumpflege und den FLL-Richtlinien.
- Begehung und Freigabe. Wir prüfen Standsicherheit, Höhlen, Nachbargrenzen und den Sonderschutz-Status. Erst wenn das geklärt ist, gibt es einen Termin.
- Technikentscheidung. Seilklettertechnik, Hubsteiger oder Kran — abhängig von Zugänglichkeit und dem, was unter der Krone steht.
- Absicherung. Arbeitsbereich abgrenzen, Terrasse und Beete abdecken, gegebenenfalls Straßenabschnitt sichern.
- Kronenabbau von außen nach innen. Die Feinastung zuerst, dann die Starkäste. Schwere Teile werden im Ablassverfahren kontrolliert zu Boden geführt, nie frei geworfen.
- Stamm stückweise ablängen. Abschnittsweise von oben nach unten, bei beengten Lagen in Metersegmenten.
- Stammfuß. Fallkerbe und Fällschnitt mit stehengelassener Bruchleiste — oder bei wenig Platz komplettes Ablängen bis knapp über Boden.
- Aufarbeitung. Häckseln, Stammholz ablängen, Grünschnitt abtransportieren.
Bei Eichen in Innenhöfen oder direkt am Haus arbeiten wir meist mit Seilklettertechnik, weil sie keine Aufstellfläche braucht. Steht die Eiche frei erreichbar, ist eine Fällung mit Kran oft schneller und schonender für den Rasen.
Eiche fällen: Kosten im Überblick
Wer eine Eiche fällen lässt, bekommt eine breitere Preisspanne genannt als bei anderen Arten — Gewicht und Kronenbreite schlagen stark durch. Diese Orientierungswerte beruhen auf unseren tatsächlichen Aufträgen in Ulm und Umgebung:
| Eiche / Situation | Höhe | Preisrahmen |
|---|---|---|
| Junge Eiche, frei stehend | bis 8 m | 250 – 450 € |
| Mittlere Eiche, Garten mit Zugang | 8 – 15 m | 600 – 1.200 € |
| Alteiche, frei zugänglich | 15 – 25 m | 1.200 – 2.000 € |
| Alteiche in beengter Lage (Seilklettertechnik) | 15 – 25 m | 1.800 – 2.800 € |
| Zuschlag Kraneinsatz | — | 400 – 900 € |
| Stubbenfräsen | ab 50 cm Ø | 150 – 400 € |
| Grünschnitt-Entsorgung | — | 80 – 250 € |
Kostentreiber sind in dieser Reihenfolge: Zugänglichkeit, Kronenausdehnung über fremdem Eigentum, Entsorgungsmenge und Stubbenbeseitigung. Eine detaillierte Aufschlüsselung findest du in unserer Übersicht zu den Kosten einer Baumfällung in Ulm.
Selbst fällen oder Fachbetrieb beauftragen?
Eine junge Eiche fällen, bis etwa acht Meter, frei stehend, ohne Zielobjekte in Fallrichtung und mit Motorsägenschein: machbar. Bei allem darüber ist die ehrliche Antwort nein — und das liegt nicht am Verkaufsinteresse.
Das eigentliche Problem ist die Haftung. Fällt ein Eichenast auf das Nachbarauto, greift die private Haftpflicht bei Fällarbeiten oft nicht oder nur eingeschränkt. Fachbetriebe haben eine Betriebshaftpflicht, die genau diesen Fall abdeckt. Was rechtlich erlaubt ist, haben wir im Detail unter Baumfällung selbst erlaubt aufgeschrieben.
Dazu kommt: Bei Eichen liegt der Schwerpunkt wegen der ausladenden Krone häufig nicht über dem Stammfuß. Wer das falsch einschätzt, bekommt eine Fallrichtung, die niemand geplant hat.
Nach der Fällung: Stubben, Wurzeln und Verwertung
Ein Eichenstumpf verrottet langsam — bei einem Durchmesser von 60 Zentimetern dauert das gut und gerne 15 Jahre. Wenn die Fläche wieder nutzbar werden soll, muss der Stubben weg.
Deine Optionen:
- Fräsen: Der schnellste Weg, geht bis etwa 30 Zentimeter unter Bodenniveau. Reicht für Rasen und Beete.
- Ausgraben: Aufwendiger, aber nötig, wenn an der Stelle neu gebaut oder tief bepflanzt wird.
- Stehen lassen: Ökologisch die beste Variante. Ein Eichenstubben ist jahrelang Lebensraum für Käferlarven und Pilze.
Welche Methode wann passt, vergleichen wir im Beitrag zum Baumstumpf entfernen. Und wenn an der Stelle ein Nachfolger hin soll: Wir setzen Ersatzpflanzungen fachgerecht und beraten zu Arten, die mit den trockeneren Sommern im Donautal zurechtkommen.

Alternativen: Wann die Eiche zu retten ist
Bevor wir ein Angebot zum Eiche fällen schreiben, prüfen wir immer die Alternativen. Bei Eichen funktionieren sie erstaunlich oft, weil der Baum extrem regenerationsfähig ist.
- Kronensicherung: Ein dynamisches Seilsystem sichert gefährdete Zwiesel ab. Wann das sinnvoll ist, steht unter Kronensicherung am Baum.
- Entlastungsschnitt: Gezielte Reduktion der Hebelarme an den Starkästen senkt die Bruchlast deutlich, ohne die Krone zu verstümmeln.
- Totholz- und Sicherheitsschnitt: Löst das Risiko herabfallender Äste, erhält aber den Baum.
- Baumgutachten: Bei Unsicherheit über die Standsicherheit klärt ein Gutachten die Frage messbar statt nach Gefühl.
Wer eine Eiche erhalten will, braucht regelmäßige Pflege statt einmaliger Eingriffe. Ein fachgerechter Baumschnitt in Ulm alle drei bis fünf Jahre hält eine Alteiche über Jahrzehnte sicher.
FAQ – Häufige Fragen zum Eiche fällen
In Ulm gibt es keine allgemeine Baumschutzsatzung und damit keinen pauschalen Stammumfang-Grenzwert. In der Regel ist die Fällung eines Gartenbaums daher nicht genehmigungspflichtig. Steht die Eiche aber unter Sonderschutz — Naturdenkmal, Schutzgebiet, Festsetzung im Bebauungsplan — oder sind Höhlen und besetzte Nester vorhanden, musst du das vorher mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Ulm klären.
Für eine Alteiche zwischen 15 und 25 Metern liegen die Kosten je nach Zugänglichkeit bei 1.200 bis 2.800 Euro. Kraneinsatz, Stubbenfräsen und Entsorgung kommen gegebenenfalls dazu. Bei jungen Eichen bis acht Meter sind es 250 bis 450 Euro.
Fachlich ist das Winterhalbjahr von Oktober bis Februar am besten: Die Krone ist laubfrei und leichter, es gibt kein Brutgeschehen und der Boden trägt besser. Der Artenschutz nach § 44 BNatSchG gilt allerdings ganzjährig — Höhlen und Fledermausquartiere müssen also auch im Winter vorher geprüft werden.
Bei 60 Zentimetern Durchmesser dauert das rund 15 Jahre — Eichenholz enthält viel Tannin und ist dadurch sehr fäulnisresistent. Wenn die Fläche früher wieder nutzbar sein soll, ist Stubbenfräsen der schnellste Weg.
Ja, Eiche gehört mit etwa 2.100 Kilowattstunden pro Raummeter zu den besten Brennhölzern. Wichtig ist eine Trocknungszeit von zwei bis drei Jahren an einem luftigen, regengeschützten Platz. Frisch verbrannte Eiche rußt stark und verteert den Kamin.
Oft ja. Solange der Stammfuß gesund ist und mehr als die Hälfte der Krone lebt, lohnt sich ein Erhaltungsversuch mit Entlastungsschnitt, Totholzentnahme oder Kronensicherung. Kritisch wird es bei Fäule am Wurzelanlauf — dann entscheidet ein Baumgutachten.
Fazit: Eiche fällen mit Plan statt mit Motorsäge
Eine Eiche fällen heißt: erst klären, dann schneiden. Die gute Nachricht für Ulm und den Alb-Donau-Kreis ist, dass es hier keine kommunale Baumschutzsatzung und keinen pauschalen Grenzwert gibt. Die weniger bekannte Nachricht ist, dass der Artenschutz nach § 44 BNatSchG trotzdem ganzjährig greift und bei alten Eichen regelmäßig relevant wird — Bußgelder bis 50.000 Euro sind kein theoretisches Risiko.
Handwerklich ist die Eiche der anspruchsvollste Baum in unseren Gärten: schwerstes Holz, breiteste Krone, zähstes Faserverhalten. Deshalb wird sie in Wohngebieten stückweise aus der Krone abgebaut und nicht am Stück gelegt. Und bevor überhaupt gefällt wird, lohnt der Blick auf Entlastungsschnitt und Kronensicherung — eine Alteiche ersetzt man nicht in einer Generation.
Als Fachbetrieb für professionelle Baumpflege in Ulm schauen wir uns deine Eiche kostenlos an, prüfen Sonderschutz und Artenschutz und sagen dir ehrlich, ob die Baumfällung in Ulm wirklich nötig ist. Seit 2022 sind wir in der Region unterwegs, nach ZTV-Baumpflege und FLL-Richtlinien — und wir haben schon mehr Eichen erhalten als gefällt.
Wir schauen kostenlos vorbei, beurteilen Ihre Situation vor Ort und erstellen ein transparentes Angebot.


